Die Lüneburg-Lied Geschichte
Wie alles Begann…
Top for Tea, eine Rock-Pop-Party-Show-Coverband aus Lüneburg.
Gegründet, um die Bühnen der Stadt, des Landkreises und weit darüber hinaus mit ganz viel Spaß und Spielfreude zu erobern. Das Konzept – eine Coverband, die sich deutlich von den vielen anderen abheben sollte – zeigte schon früh Erfolge.
Die Gründungsmitglieder im Jahr 1996 waren Stefan „Wicky“ Wieckhorst (Gitarre), Markus „Addi“ Böspflug (Schlagzeug), Wilko „Wolki“ Ulrichs (Bass), Kay Uwe „Akay“ Schön (Keyboards) und Mirko „Morki“ Heil (Gesang). Der erste Aufrtitt war am 21.06.1997.
Die Band wuchs um weitere Mitglieder, Martin (Bass), Kay Uwe „Kahl“ Richter (Gitarre), Lennart (Lenno) Mackenbruck (Keyboards) und Tänzerinnen Tanja „Tanne“ Assenheimer und Sonja „Jason“ Kolodzig, und die Auftritte wurden größer und noch erfolgreicher. Im Laufe der Jahre gab es dann noch einige Umbesetzungen. Kerstin Viehweger übernahm die weibliche Stimme und am Schlagzeug saßen später Henning Thomsen, Karsten Dierks und Sebastian Meier. Tobias Sommer übernahm das zweite Keyboard. Das Highlight blieb immer der Auftritt beim Lüneburger Stadtfest. Eine wundervolle Zeit.
Die Presse der Zeit schrieb:
TOP for TEA, die Cover-Band aus Lüneburg, die mit energiegeladenen Live-Auftritten und einem vielseitigen Repertoire aus Pop, Rock, Soul und aktuellen Hits begeistert. Die Gruppe ist bekannt für ihren professionellen Sound, mehrstimmigen Gesang und ihre mitreißende Bühnenpräsenz. Ob Stadtfest, Firmenevent oder Clubkonzert – TOP for TEA sorgt mit Spielfreude und musikalischer Qualität für Stimmung und Tanzlaune. Durch ihre langjährige Erfahrung und das harmonische Zusammenspiel der Musikerinnen und Musiker hatt sich die Band einen festen Platz in der norddeutschen Musikszene erarbeitet.
Quelle: Top for Tea
Quelle: Thomas Laukat
Im Jahr 1999 erhielten wir eine Nachricht von einem uns unbekannten Matthias E. Borner aus Gütersloh. Er stellte sich als großer Fan von Regionalliga-Fußballclubs vor. Der LSK hatte es ihm besonders angetan, und er würde dem LSK gern ein Lied widmen. Eine Hymne… Einen Text habe er schon geschrieben, aber von Musik habe er keine Ahnung. Nun wolle er uns, Top for Tea, fragen, ob wir das für ihn umsetzen könnten.
Eine herrlich verrückte Idee! Ein Fußballfan aus Gütersloh will eine Hymne für den Lüneburger SK komponieren und hat keine Ahnung von Musik. Besser geht’s nicht! Wir sind dabei!
Also setzten wir uns daran, einen Song auf seinen Text zu schreiben. Das klappte gut, und Matthias schickte uns noch einen weiteren Text für den LSK, den wir ebenfalls vertonten.
Sein Ziel war es, eine CD herzustellen, die der LSK bei den Spielen verkaufen könne. Aber zwei Songs schienen einfach zu wenig. Also schrieb er noch einen weiteren Text – diesmal über Lüneburg und nicht über den LSK. Der aufmerksame Leser ahnt es schon… Der aus der Not geborene dritte Song, quasi die „B-Seite“, wurde dann der bis heute so erfolgreiche Lüneburg-Song: Die schönste Stadt der Welt.
Nun, da klar ist, dass der Texter nicht aus Lüneburg kommt, dürfte auch erklärt sein, warum in der zweiten Strophe dieser eigenartige Weg zustande kam:
„Und dann wandel ich die Schröderstraße lang, ganz ohne Hast vorbei am Rathaus zum Lambertiplatz.“
Ein eher unüblicher Weg, den ein Lüneburger wohl nüchtern nie gehen würde…
Als die CD fertig war, ahnte das natürlich noch niemand. Es wurden 500 CDs hergestellt, die sich zunächst sehr schleppend verkauften. Ich habe keine wirkliche Erinnerung daran, wie lange wir auf den Silberlingen saßen. Was ich aber noch weiß: Ich ließ das Lied bei einem Stadtfest in den Umbaupausen laufen. Ich arbeitete damals bereits in der Veranstaltungstechnik und saß am Mischpult.
Eine Dame kam auf mich zu und erkundigte sich nach dem Song, der da lief. Ich hatte natürlich CDs dabei… An diesem Stadtfestwochenende verkaufte ich etwa 50 Stück. Das war wirklich viel, und ich bekam eine Idee davon, was hier passieren könnte. Die Lünepost berichtete darüber, und die Nachfrage stieg weiter.
Im Jahr 2002 mussten wir eine zweite Charge CDs herstellen. Diesmal stand auf der CD nicht „LSK – Wunderbar“, sondern „Die schönste Stadt der Welt“. Hier war nur noch das Lüneburg-Lied drauf, in zwei verschiedenen Versionen und erstmals auch mit einer Karaoke-Version, also ohne meine Stimme.
Quelle: Top for Tea
Nachdem auch diese Produktion verkauft war, stellten wir keine CDs mehr her. Der Song hatte sich im Computerzeitalter und mit der Verbreitung von mp3 so stark verbreitet, dass sich eine CD-Produktion nicht mehr lohnte.
Der Song ist bei der GEMA gemeldet und geschützt. Geld haben wir damit allerdings nie verdienen können. Das ist alles viel komplizierter, als man denkt – und vor allem, als wir dachten. Wir beschlossen daher, den Song zum „Gemeingut“ zu machen. Jeder, der möchte, darf ihn kopieren und verbreiten. Nur verändern soll ihn niemand. Dafür ist eine GEMA-Mitgliedschaft sehr hilfreich.
Ich wurde zum Beispiel einmal informiert, dass die AfD ein Imagevideo auf YouTube mit dem Lüneburg-Song im Hintergrund veröffentlicht hatte. Ich brauchte keine zwölf Stunden, um das Video wegen Urheberrechtsverletzung entfernen zu lassen. Allein dafür hat sich der jährliche Beitrag gelohnt!
Zusammengefasst kann ich sagen: Wir haben Matthias sehr viel zu verdanken. Und auch den vielen Unterstützern in Lüneburg – der Lünepost (besonders Alfred Heger), der LZ, Radio ZuSa, Lüneburg Marketing und so vielen mehr.
Quelle: Top for Tea
Aber das „Wunder“ entstand durch euch! So viele Menschen machten den Song zu ihrer Hymne – und tun es noch immer. Wir bekamen unzählige Zuschriften von Leuten, die uns ihre Geschichte mit dem Lied erzählten.
Menschen, die in Lüneburg studierten (auf allen Uni-Feten bis heute das letzte Lied) und später in ihrer Heimat wehmütig diesen Song hörten.
Menschen, die Lüneburg besuchten, den Song mit in ihre Heimat nahmen und uns Videos schickten – etwa aus München, wo in einem Festzelt eine Band das Lüneburg-Lied spielte.
Einmal bekam ich die Anfrage, ob der Song auf einer Beerdigung gespielt werden dürfe. Der Verstorbene habe es sich so sehr gewünscht. Ich war zutiefst gerührt.
Wir sind in diversen Telefonanlagen die Wartemusik, das letzte Lied auf Hochzeiten, kein Sülfmeistertag in der Stadt vergeht ohne den gemeinsamen Abschluss auf der Bühne, und kein Heimspiel der SVG-Volleyballer ohne unser Lied zum Ende. Meine Kinder hatten das Lüneburg-Lied sogar als regulären Stoff im Musikunterricht.
Ich kann weder zählen, wie oft ich das Lied gesungen habe, noch weiß ich, wie viele Kopien davon im Umlauf sind. Aber es werden ganz sicher viele Tausend sein.
Ich glaube, darauf darf man stolz sein. Und das bin ich auch!
Quelle: nh
Quelle: Hajo Bodt
Nun zur Idee, eine Orchesterversion des Songs aufzunehmen.
Vor etwa zehn Jahren wurde die Band „Neugierig“, bei der einige ehemalige Musiker von Top for Tea mitspielten, zu einem Konzert eingeladen. Ein Orchester sollte gemeinsam mit Bands und Solisten im Theater in Uelzen auftreten. Das war eine wunderbare Erfahrung – ein so beeindruckender Gesamtklang mit diesen vielen Instrumenten. Und da war sie geboren, die Idee: Das wäre doch mal was…
Mit dieser Idee ging ich lange schwanger. Mir war klar, dass das ein großer Brocken wird. Wer kann so eine Partitur für 40 Musiker schreiben? Und wie soll ich das bezahlen? Und noch verrückter: Woher bekomme ich überhaupt ein Orchester?
Wie so oft helfen der Zufall und viele Gespräche mit Menschen, die sich in Musikkreisen bewegen.
Im Jahr 2022 bekam ich mit meiner Firma AMPHIRE GmbH die Gelegenheit, als Technikdienstleister die Weihnachtsgala in der Michaeliskirche auszustatten. Veranstalter war Ed Minhoff mit seinem Lüneburger Quadrat Verlag. Die musikalische Leitung hatte Alexander Eissele – den wohl jeder Lüneburger kennt, der sich mit Musik befasst.
Dort gab es ein Orchester. Zwar ein kleineres, aber es war ein Orchester – und es spielte wunderbar unter Alexanders Leitung. Ich hatte also eine Idee, wie es gehen könnte. Ich erzählte Alexander von meinem Traum. Und wer Alex kennt, weiß: Er ist kein Zweifler oder Problemsucher – er ist ein Möglichmacher.
Er berichtete mir von dem tschechischen Arrangeur Tomáš Küfhaber, der die Partituren für die Weihnachtsgala für ihn bearbeitete, und stellte in Aussicht, dass man ihn nach einer Bearbeitung fragen könne. Und genau das taten wir. Der Arrangeur war gefunden. Die halbe Miete.
Es verging etwa ein Jahr, bis die ersten Noten nach Lüneburg flatterten. Alex erklärte sie mir – ich selbst bin ja nur der einfachen Tonleiter mächtig. Wir diskutierten einige Details, und nach zwei weiteren Anläufen war es geschafft.
Nun begann die Planung für die Aufnahme. Auch hier kamen wieder Alex und Ed ins Spiel. Beide willigten ein, während einer kommenden Weihnachtsgala in den Proben diesen Song einmal für eine Aufnahme zu spielen. Wie wundervoll!
Offenbar überhörte ich jedoch den Nebensatz „wenn wir die Zeit finden“. Tatsächlich gab es noch zwei weitere Weihnachtsgalas, bei denen die Zeit einfach nicht zu finden war. Also vergingen zwei weitere Jahre, in denen die Idee nicht verwirklicht werden konnte. Aber Ed und Alex hielten Wort.
Quelle: Hajo Bodt
Im Jahr 2025 war es dann so weit. Während der Proben zur großen internationalen Quadrat-Weihnachtsgala im Libeskind-Auditorium fielen die ersehnten Worte:
„Mirko, seid ihr bereit für eine Aufnahme?“
Ich grinste Alex an und lief hinauf auf den Rang, um es selbst hören zu können. Nils, mein Companion und Tontechniker der Gala, zeigte mir den Daumen hoch. Es konnte also losgehen.
Ich hoffe, ich kann beschreiben, was das für ein Gefühl war.
Der riesige Saal war still. Ich saß fast in der Mitte. Alex hob den Dirigentenstock – in meiner Wahrnehmung sogar in Zeitlupe – und dann hörte ich die ersten Klänge. Der Flügel begann mit dem Intro. Eine Gänsehaut vom kleinen Zeh bis in die Haarspitzen überkam mich. Dann setzten die Streicher ein. Pizzicato! Wer weiß, was das ist, weiß, wie wundervoll das klingt…
Immer mehr Instrumente kamen im Arrangement hinzu, und ich fühlte mich wie von einem Magneten an das Geschehen gezogen. Ich war besonders gespannt auf die Bridge – der Teil vor dem Gitarrensolo. Ich hatte diese Passage zuvor nur als Midifile gehört. Und in der Realität war sie noch viel schöner, als ich es mir vorgestellt hatte. Eine Träne der Freude lief mir langsam über das Gesicht.
Während ich das hier schreibe, bekomme ich wieder glasige Augen. Musik ist etwas so Wundervolles. An einem solchen kreativen Prozess beteiligt zu sein, ist eines der schönsten und bewegendsten Erlebnisse meines Lebens.
Zweimal spielten sie den Titel, damit ich im Zweifel kleine Verspieler ausbessern konnte. Geprobt wurde er nicht – dafür gab es keine Zeit. Aber was professionelle Musiker leisten können, ist einfach unglaublich.
Es war vollbracht. Ich hatte die Orchesteraufnahme. Über 40 einzelne Kanäle – jedes Instrument mit eigenem Mikrofon.
Ich konnte es kaum erwarten, die Aufnahmen zu bearbeiten. Das bedeutet eine Vielzahl an Arbeitsschritten. Ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen, aber ich bin sehr froh, dass ich den Beruf des Veranstaltungstechnikers mein Leben lang ausübe und somit selbst in der Lage bin, solche Aufnahmen zu bearbeiten und zu mischen.
Eine so große Anzahl an Kanälen hatte ich allerdings noch nie zuvor in meinem Rechner. Eine echte Herausforderung – aber genau das ist ja auch das Schöne daran.
Dann mussten noch das Gitarrensolo und natürlich der Gesang aufgenommen werden. Die Gitarre spielte mein lieber musikalischer Wegbegleiter Tomas Conrad ein. Mit ihm habe ich viele Jahre bei „Just Big“ gespielt.
Neben meiner Stimme brauchte es natürlich auch Backing-Vocals – also Sängerinnen und Sänger, die andere Töne singen als die Hauptstimme, sodass ein mehrstimmiger harmonischer Gesang entsteht. Man singt quasi Akkorde.
Dafür hatte ich meine „Besties“ aus der Lüneburger Musikszene im Kopf:
Quelle: Thomas Laukt
Quelle: Thomas Laukat
Ach ja – ein Cover und Artwork braucht es natürlich auch. Und dafür gibt es für mich nur einen: Thomas Laukat. Musiker, Grafiker, einer der besten Fotografen, die ich kenne – und ein großartiger, unterhaltsamer Bergführer, dem ich meine jüngste Liebe zum Bergwandern zu verdanken habe.
Über meine Erlebnisse mit ihm könnte ich problemlos noch einmal einen so langen Text schreiben. Vielleicht schreibe ich als Nächstes ein Buch. Und schon wieder ist eine Idee geboren…
Ihr hört – oder lest – dann vielleicht in vier Jahren wieder von mir.
Viel Spaß mit der Orchesterversion der Lüneburg-Hymne
„Die schönste Stadt der Welt“
Wilko Ulrichs, der das Lüneburg-Lied maßgeblich komponiert hat, begleitet meine musikalische Laufbahn seit der fünften Klasse. Wir waren zusammen im WPK-Musik in Scharnebeck. Seitdem haben wir uns musikalisch – und als Freunde – nie aus den Augen verloren.
Kerstin Viehweger stand etwa zehn Jahre bei Top for Tea an meiner Seite und teilte mit mir das Mikrofon. Auch sie ist eine sehr gute Freundin geworden.
Olaf Senkbeil war in meiner Kindheit mein großes Idol. Ich sah ihn einmal mit seiner Coverband (ich glaube, sie hieß Rockford) auf einem Stadtfest in Lüneburg – und war völlig geflasht. Genau das wollte ich eines Tages auch machen. Olaf ist ein begnadeter Sänger.
Ich erinnere mich noch gut: Beim Tag der Niedersachsen 2001 spielten wir mit Top for Tea auf der Bastion. Es regnete in Strömen, und trotzdem kamen Tausende. Und Olaf stand in der ersten Reihe. Die Rollen hatten sich gedreht – nun stand mein Idol bei mir im Publikum. Ich war unglaublich aufgeregt. Heute sind auch wir Freunde.
Und schließlich Ben Bols – ein zugereister Lüneburger, der mich immer wieder daran erinnert, dass Freundschaft das Wichtigste ist. Egal, was geplant ist, egal, wer Hilfe braucht oder wie gering die Erfolgsaussichten erscheinen – Ben ist dabei.
Am 14.02.2026 trafen wir uns im Tonstudio der Musikschule, um unsere Stimmen aufzunehmen. Es war wundervoll. Eine konzentrierte und zugleich harmonische Atmosphäre – im wahrsten Sinne des Wortes.
Nun habe ich alles zusammen. Jetzt folgt die finale Mischung, die Vervielfältigung – und über den Vertrieb muss ich mir auch noch Gedanken machen…
Quelle: Thomas Taukat
Quelle: Ole Ohlendorff
In großer Verbundenheit zu euch und unserer Heimatstadt...
Euer Morki
(Mirko Hei-von Limburg)